Warum ein Meditationstagebuch führen?

Die Idee, ein Meditationstagebuch zu führen, ist mir zuletzt in einer Meditation gekommen. Ich kämpfte mit dem Problem, dass meine Augen keinen Halt fanden und immer wieder von einem zum anderen Punkt sprangen. Konnte ich doch länger an einem Punkt verbleiben, taten mir relativ schnell die Augen weh.

Zum Hintergrund: In der von mir praktizierten Zen Meditation sind die Augen geöffnet und der Blick ist in einem 45° Winkel vorne nach unten gerichtet.

Schließlich googelte ich nach meinem Problem und fand in einem Meditationsforum (glaube es war: Buddhaland) eine Antwort:
In dem Moment, in dem die Unruhe in seinen Blicken ein Problem wird, hat man sein Meditationsobjekt schon zu sehr vernachlässigt:

  1. Man beobachtet nicht mehr den Atem (was per se nicht schlecht ist, wenn man in der Gegenwart verweilt)
  2. Man steigert sich in das Problem hinein (und das ist das eigentliche Problem: denn das Hin- und Herschauen löst sich in dem Moment, in dem man sich ausreichend auf das Meditationsobjekt fokussiert… und sei es für den Moment nur wertfrei zu beobachten, dass man seinen Blick nicht stillhalten kann)

Nachdem ich dieses Problem für mich lösen konnte, reflektierte ich: Dieses Problem war zwar jetzt sehr präsent, spielte aber in der Vergangenheit keine Rolle. So wie es in der Vergangenheit eine Vielzahl an Problemen in der Meditation gab, die nun keine Rolle mehr spielen.

Genau das wollte ich mir zukünftig besser bewusst machen: Dass auch ein aktuelles Hindernis in meiner Meditationspraxis kein Hals- und Beinbruch ist. Und ich zufrieden sein kann, an diesem Punkt, allen Meditationshindernissen zum Trotz, angelangt zu sein.

 

Was das Meditationstagebuch bringen soll

Darüber hinaus kann dieses Tagebuch vielleicht auch für die Leser dieses Blogs einen Mehrwert bieten: Vielleicht findet ihr euch in dem einen oder anderen Thema wieder. Oder ihr habt vielleicht auch für mich einen Tipp, wie ich meine Meditationspraxis verbessern kann.

Ein Meditationstagebuch kann all dies leisten:

  • Es schafft Motivation, weiterzumachen, auch wenn es mal nicht gut läuft
  • Es erleichtert es, eigene Fortschritte zu erkennen
  • Es schafft insgesamt ein klareres Bild, wo ich mich mit meiner Meditationspraxis hin entwickle… und was gut und eher weniger gut ist

So zumindest meine Vorstellung… In ein paar Wochen und Monaten bin ich schlauer.

Auf dem Weg dorthin werde ich wöchentlich meine Notizen teilen – ihr seid also herzlich eingeladen, mich auf diesem Weg zu begleiten.

Wichtig vorab:

Jeder Meditationstagebuchbeitrag umfasst 7 Tage und beginnt mit einem Rückblick und einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse dieser 7 Tage.

Die wichtigsten Empfindungen, die vor, während und nach den Meditationen für die jeweilige Woche aufgetreten sind, sind zusätzlich in einer Wörterwölke visualisiert, Bsp.:

wortwolke_meditationstagebuch_woche1

Die Farben haben folgende Bedeutung:

  • Gelb = keine angenehme Empfindung
  • Rot = unangenehme Empfindung
  • Grün = angenehme Empfindung

Jedem Tag sind 3 Attribute zugewiesen, die die wichtigsten Empfindungen dieses Tages zusammenfassen sollen. Je nach Wichtigkeit einer Empfindung fällt die Schrift größer oder kleiner aus.