Dieser Post ist tatsächlich ein Spontanpost und nicht wie die meisten anderen Beiträge von langer Hand geplant. Oft überlege ich sehr sehr lange, was ich den Lesern meines Blogs an interessanten, aber auch wertvollen Erkenntnissen meines Lebens mitteilen kann.

In diesem Moment aber möchte ich von meinem heutigen Tag berichten, in dem ich etwas, was auch im Daoismus beschrieben wird, stärker erlebt habe:

Der Wille oder vielmehr der (richtige) Moment zu handeln.

Damit meine ich nicht, dass sich selbst auferlegte Joch der Motivation und Selbstverbesserung und den sich daraus ergebenden Zwang zu handeln. Also nicht die eigenen, inneren Dialoge, in denen ich versuche, mich selbst anzutreiben – allen inneren Widerständen zum Trotz und in dem vollen Bewusstsein, dass etwas in mir komplett gegen eine anzustrebende Sache protestiert. Auch wenn die Resultate das ein oder andere Mal diesen Widerständen widersprechen- langfristig bin ich mit dieser Form des Handelns nicht gut gefahren.



Vom Moment im Daoismus

Nein- vielmehr meine ich den Moment, in dem zwar immer noch ein Widerstand vorhanden ist, aber ich weiß, dass es das richtige ist, diesen aus dem Weg zur räumen- und zu handeln. So wie es im Daoismus beschrieben wird, dass es für alles eine Zeit gibt. Für das Versagen und das Erreichen von Zielen, der Unruhe und der Ruhe, usw. Genauso wie all die Gegen-teile sich gegenseitig komplementieren- und das ganze Teil ohne das entsprechende Gegenteil nicht existieren kann. Nun bin ich ja kein Freund von solchen philosophischen Gedanken, wenn ich deren Wahrheit nicht nachempfinden oder erleben kann. Und tatsächlich konnte ich diese philosophischen Ansätze in meiner derzeitigen Situation nachempfinden:



Vom Moment in der Meditation

Seit einigen Tagen fällt mir die kontinuierliche Meditationspraxis wieder sehr schwer. Die Morgenstunden sind von Müdigkeit geprägt, sodass ich nicht selten auf die Meditation verzichte und den Wecker gezielt überhöre. Gerade diese Morgenstunden eignen sich jedoch hervorragend zur Meditation- zum einen meditierte ich in den vergangenen Monaten, auch im Kloster, vorwiegend zu dieser Zeit. Zum anderen gilt auch allgemein, dass man morgens noch nicht von den Eindrücken des Tages konfrontiert und sich somit klaren Geistes der Meditation widmen kann. Allen guten Argumenten zum Trotz vernachlässigte ich die Meditationspraxis und schaffte es durch verplante Tage und der mangelnden Disziplin nicht, diese Versäumnisse nachzuholen. Und auch heute wäre wieder ein meditationsloser Tag vergangen, hätte ich nicht gespürt, dass dieser Moment genau der richtige Moment war, zu meditieren. Sicherlich regten sich Widerstände: Es war schon spät abends, ich musste Schlaf nachholen und sowieso würde es nach all den Tagen ohne Meditation nichts bringen, sich nun wieder hinzusetzen. Doch in diesem Moment wusste ich, dass es richtig ist, diesen Widerständen nicht nachzugeben und auf die sogenannte innere Stimme zu hören.

Ich wusste, dass ich wenn ich diesen Moment verstreichen lassen und meine Fähigkeit nicht genutzt hätte, zu handeln, ich der Tendenz der vergangenen Tage Antrieb gegeben hätte. Und ich bin mir fast sicher, dass das Ergebnis jene innere Unruhe gewesen wäre, die ich in anderen Beiträgen, bspw. „Denken, grübeln, zergrübeln“ beschrieben habe. So ist mein Kopf nun so klar wie seit langem nicht und der Wille so unverhinderlich, diesen Post zu teilen.