Hinweis: Dieser Artikel ist ein Teil der Artikelserie: „Vipassana Retreat: Buddhayoga“

In dieser Serie stelle ich euch das Vipassana Retreat bei Buddhayoga aus zwei Perspektiven vor.

Im Übersichtsbeitrag geht es um einen schnellen Überblick über das Retreat und seine einzelnen Bestandteile:

Vipassana Retreat: Buddhayoga | Überblick

In meinem persönlichen Erfahrungsbericht berichte ich euch von meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen während des Seminars:

Vipassana Retreat: Buddhayoga – Meine Erfahrung Teil I (diese Seite)
Vipassana Retreat: Buddhayoga – Meine Erfahrung Teil II
Vipassana Retreat: Buddhayoga – Meine Erfahrung Teil III

Wichtiger Hinweis:

In diesem Artikel werden relativ detailliert Inhalte und Programmpunkte aus dem Vipassana Retreat von Buddhayoga dargestellt. Je nach Situation von dir, lieber Besucher, kann es Sinn ergeben, diesen Beitrag bspw. erst nach Teilnahme an diesem oder einem ähnlichen Seminar zu lesen.
Hintergrund: Man tritt unvoreingenommen an das Seminar und das Thema heran.

Das vorneweg. Nun aber: Viel Spaß beim jetzt oder später Lesen (:

Vorwort

Die Wiedergabe meiner Erfahrung bei Buddhayoga war eine Herausforderung für mich: Mit zunehmendem Seminar wuchs auch der Berg der Inhalte und Erfahrungen, über die ich berichten wollte. Gleichzeitig waren wir angehalten, uns keine Notizen während des Seminars zu machen und auch sonst nicht in unseren Gedanken und Erinnerungen zu schwelgen.

Das Ergebnis dieser Herausforderung: Am Tag des Retreatendes schrieb ich stundenlang ohne Pause alles nieder, was sich über die Tage bei mir angestaut hatte. Ich schrieb über das, was mich während meines Aufenthalts bewegte, welche Inhalte und Programmpunkte wie mit mir resonierten und auf was für Schwierigkeiten ich stoß. Wichtig war mir dabei von Anfang an, die Ereignisse chronologisch richtig darzustellen – denn die Auf- und Abs eines Retreats können von Tag zu Tag ziemlich extrem sein. An den Stellen, an denen ich etwas nicht zweifelsfrei zuordnen konnte, habe ich im Zweifel auf eine Darstellung verzichtet.

Meine Hoffnung ist, dass mir eine einigermaßen realitätsgetreue Darstellung meiner Erfahrung gelungen ist und der Geist meiner Vipassana Erfahrung erkenntlich wird.

Hinweis: Das Vipassana Seminar musste aufgrund von verschärften Corona-Auflagen vorzeitig nach sieben Tagen beendet werden. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass dieser Bericht einen ersten guten Einblick in ein Vipassana Seminar geben kann.

Ankunft

lupe_symbol In diesem
Abschnitt:

  • Eindrücke von der Gegend
  • kurzes Interview mit Adriaan
  • mein erster Eindruck von Adriaan

Die Anreise gestaltete sich relativ unkompliziert. Wie von Kati in einer der Vorbereitungsmails beschrieben, nahm ich von Koblenz die Regionalbahn nach Vallendar und von dort aus ein Taxi zum Seminarhaus. Das Taxi teilte ich mir unverhofft mit zwei Menschen, die ebenfalls am Bahnhof Vallendar ausgestiegen waren und so sehr nach Retreat aussahen, dass wir uns schnell erkannten und zusammenfanden. (wir waren die einzigen Menschen mit riesigen Koffern an einem einsamen Bahnhof…) Die Menschen waren offen und herzlich und wir waren direkt beim „Du“. Der Taxifahrer erzählte uns, dass Vallendar ca. 10.000 Einwohner hat (inkl. Nachbargemeinden). Die gesamte Gegend ist wunderschön, direkt am Rhein gelegen und unweit von Koblenz.

Das Haus Tabor befindet sich auf einem Berg am Ende einer Straße. Die Räumlichkeiten wirken modern und neu. Wir waren kaum angekommen, als wir bereits freundlich begrüßt und nacheinander zu Adriaan gebracht wurden. Dort folgte ein kleines Interview:

  • Wie bin ich auf ihn und das Seminar gekommen?
  • Was habe ich für Erwartungen?
  • In welcher Lebensphase befinde ich mich aktuell?
  • Habe ich alle Vorkehrungen getroffen, dass ich 10 Tage offline sein kann?
  • Habe ich sonst noch irgendwelche Fragen?

Nach den entsprechenden Formalitäten (Zahlung von dem Zimmer, Überreichung des Zimmerschlüssels) machte ich mich auf den Weg zu meinem Zimmer und reflektierte die Begegnung soeben. Das Gespräch mit Adriaan war kurz, aber intensiv. Adriaan wirkte sehr wach und sympathisch – und ich hatte die Befürchtung, dass er mir schon fast zu sympathisch war. Denn der Aufbau einer persönlichen Bindung könnte mich in meiner Meditationspraxis behindern, so meine Befürchtung…

Das Zimmer war klein und gemütlich – unspektakulär… aber naja; wegen des Zimmers bin ich ja auch nicht angereist… Das offizielle Programm sollte erst in zwei Stunden starten, ich wollte aber schon einmal die Vorbereitungen treffen, mich nicht in Versuchung zu bringen nach außen zu kommunizieren, zu lesen oder anderweitige Medien in Anspruch zu nehmen. Und so packte ich schon einmal alles zusammen, was in diese Richtung ging, um es später dann Adriaan und seinem Team übergeben zu können (in den Vorbereitungsmails stand ausdrücklich, dass man diese Sachen gerne beim Team hinterlegen können). Dann stiefelte ich los, um ein wenig die Gegend zu erkunden, verlief mich kurzzeitig fürchterlich im Wald und machte daraufhin einen erholsamen Mittagsschlaf ehe das weitere Programm anfangen sollte.

Abendessen und Vortrag

lupe_symbol In diesem
Abschnitt:

  • Abendessen
  • Vortrag
    • Vipassana und Samatha
    • vier Übungsbereiche
    • Atemprozess in vier Schritten
    • in der Wolke im Alltag
    • Buddha war auch nur ein Mensch
    • Satipatthāna Sutta

Am Abend gab es zunächst einmal Essen. Mittlerweile waren nahezu alle Gäste angekommen und das gegenseitige Beschnuppern vor dem Abendessen war im vollen Gange. (d.h. die Menschen haben sich unterhalten und etwas kennengelernt, das klingt aber nicht so spannend, wie ich finde … )

Das Abendessen war dann sehr reichhaltig. Es gab ein Buffet mit einer Suppe, verschiedenen Broten, Dips, Gemüse, Nüssen und noch vielem mehr. Innerlich jauchzte ich und wusste, dass zumindest von der Essensauswahl das Retreat schon einmal eine gute Entscheidung gewesen war. Interessant wurde es dann im Anschluss: Der Einführungsvortrag.

Adriaan startete mit einer kurzen Einordnung von Vipassana. Im Buddhismus gibt es grundsätzlich zwei Meditationsarten. Bzw. um es noch einmal genauer zu machen: Vor dem Buddhismus und dem Buddha, gab es schon Meditation. Diese Meditation war die Vertiefungsmeditation. In dieser Meditation geht es darum, sich auf ein Meditationsobjekt zu konzentrieren (bspw. den Atem) und eine immer tiefergehende Konzentration aufzubauen. So kommt man in immer tiefere Zustände, die in Vertiefungsstufen, sogenannten Dhyanas beschrieben werden. Auf diesem Weg erlebt man wohl verschiedene Phänomene und Erlebnisse, man schwebt teilweise auf „Wolke 7“ (Ausdruck Adriaan, ich bin an der Stelle unschuldig!). 

Adriaan erzählte, dass sicher auch einige von uns schon interessante Erfahrungen in dieser Form gemacht haben. Wenn man sich bspw. auf eine Kerze als Meditationsobjekt konzentriert und immer tiefer in die Meditation kommt, wird das Sichtfeld immer enger, man nimmt immer weniger außer der Kerze wahr, ehe es nur noch die Kerze gibt. Und man verliert ggf. das Gefühl für Raum und Zeit. Als Adriaan um Handzeichen bat, wer ähnliche Erfahrungen schon einmal gemacht hatte, meldeten sich einige. (ich meldete mich nicht, weil ich in dem Moment zu doof war, um zu realisieren, dass ich tatsächlich auch schon mehrfach diese Erfahrung gemacht hatte)

Buddha, Begründer des Buddhismus, war offenbar Meister in dieser Vertiefungsmeditation. Statt diesen Weg jedoch weiter zu beschreiten, hat er die Meditation in anderer Weise revolutioniert: Vipassana. Vipassana funktioniert im Ansatz identisch mit der Vertiefungsmeditation. Zunächst geht es darum, die Konzentration zu sammeln und sich mehr und mehr zu fokussieren. Ist man dann ausreichend gesammelt, teilen sich die Wege.

  • In der Vertiefungsmeditation geht es immer weiter: Man konzentriert und sammelt sich weiter und weiter.
  • In Vipassana löst man sich nach Sammlung der Konzentration sukzessive von seinem engen Fokus und erweitert diesen wieder (das Licht der Aufmerksamkeit wird auf andere Bereiche gelenkt)

Wie sieht das nun im Konkreten aus?

Ausgehend vom Atem als Meditationsobjekt hat man eine Grundkonzentration aufgebaut. Diese Konzentration oder Sammlung nutzt man nun, um seine Aufmerksamkeit in diesem Zustand auf weitere Bereiche zu erweitern. Von diesen gibt es wiederum insgesamt vier:

  • Körper
  • Empfindungen
  • Stimmungen
  • Geistesinhalte (Gedanken)

Ausgangspunkt ist immer der Atem – weiterführend blickt man dann zunächst auf den Körper und erkundet diesen aufmerksam. Wichtig bei dieser Vorgehensweise ist, dass man Schritt für Schritt, langsam und behutsam vorgehe. Adriaan verglich diesen Prozess mit einer Schnecke, die sich langsam aus ihrem Schneckenhaus wagt und immer ein kleines Stückchen mehr vorwagt. Und bspw. bei einem Geräusch wieder blitzschnell in ihrem Haus verschwindet, ehe sie sich erneut vorsichtig aufmacht. In dieser Weise gelte es zu praktizieren: Behutsam das Licht der Aufmerksamkeit ausgehend vom Atem erweitern und sollte die Aufmerksamkeit schwinden, wieder mit Fokus zum Atem zurückkehren und den Prozess von neuem starten. In Konkreten läuft es dann wie folgt ab:

  • Zunächst konzentriert man sich auf seine Atmung, spürt die Einatmung und die Ausatmung.
  • Daraufhin bildet sich ein Strom an Aufmerksamkeit/Bewusstsein über die Atmung.
  • Man nimmt den ganzen Körper wahr.
  • Man entspannt sich in den Körper

In dieser Weise gilt es die Achtsamkeit auf alle Bereiche zu erweitern. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange, sondern tatsächlich erst der Beginn der Praxis. Adriaan verglich das Ganze mit einem Videospiel. Das eben Beschriebene ist Level 1, es folgen noch Level 2 und 3. 

Warum ist all das wichtig?

Weil wir in unserem Alltag oft ausschließlich in unserem Kopf und der Gedanken(-wolke) unterwegs sind. Es dringen Dinge in unser Bewusstsein ein und wir machen direkt etwas mit diesen. Wir nehmen die Dinge, gliedern diese in angenehm oder unangenehm und re-agieren. Wir handeln in diesem Sinne unfrei und getrieben. Meditation und Vipassana sind Wege raus aus dieser Unfreiheit.

 In diesem Zuge war es Adriaan wichtig zu betonen, dass Buddha auch nur ein Mensch mit genau diesen Problemen war. Getrieben von der Unzufriedenheit über seinen Zustand verließ er seine Frau und sein gerade erst geborenes Kind und gab letzterem vor seinem Weggang noch den Namen „Rahula“ (auf Deutsch: Fußfessel; er hatte Angst, dass sein Kind ihn an das Leben im Palast bindet). Auch damals vermutlich keine edlen Handlungen. Was Buddha schließlich verwirklicht: Befreiung von den genannten Problemen. An dieser Stelle hob Adriaan hervor, dass unsere Übersetzungen diesbezüglich nicht akkurat seien. Es gehe nicht um die „Erleuchtung“, sondern vielmehr ums Erwachen. Erwachen in die Wirklichkeit, Erwachen in alles, was da ist. Und das sei nichts Hochtrabendes, sondern tatsächlich wird in den diversen buddhistischen Traditionen betont, dass man eigentlich schon längst da ist – und es nichts zu erreichen gibt.

Adriaan hob hervor, dass es viele Menschen gibt, die das Erwachen bereits verwirklicht haben, bspw. auch im Zen. Wichtig sei an der Stelle jedoch, dass es keine Garantie gebe, dass man nicht auch „zurückfallen“ kann. Während einige dieser verwirklichten Meister bspw. ihren eigenen Tod voraussagen konnten und friedlich dahingeschieden sind, gibt es wiederum andere, die kurz vor ihrem Ableben in Angst und pure Verzweiflung geraten sind und komplett ihre Fassung verloren haben. Helfen tue nur beharrliches, kontinuierliches Üben in den genannten Bereichen.

Die Erkenntnisse, die Buddha sammelte, drückte er in den vier edlen Wahrheiten aus. Und um diese dem gängigen Volk zugänglich zu machen, führte er die einzelnen Schritte zur Befreiung umfänglich in einem Vortrag aus: Dem Satipatthāna Sutta. Diese Lehrrede ist das Herzstück der Vipassana Praxis und sollte uns das gesamte Retreat begleiten.

info_iconAnmerkung: Ich habe nicht alle Teile des Einführungsvortrages reingenommen, da ich teils die logische Zusammensetzung der einzelnen Komponenten nicht 100% verlässlich rekonstruieren kann. Um nicht unnötig zu verwirren, habe ich diese Teile entsprechend rausgelassen. Dies nur zur Information, dass es sich hier nicht um den kompletten Vortrag handelt. (auch mit drin waren u.a. die 6 Wahrnehmungsfelder/Bewusstseinsbereiche etc.)

Nach diesem Einführungsvortrag zur Vipassana Praxis folgte die erste gemeinsame Meditation am Abend. Ab dann: Schweigen.

Tag 1

lupe_symbol In diesem
Abschnitt:

  • Probleme Sitzhaltung
  • Erkenntnis: Sitzhaltung ist nicht so wichtig
  • Erste Erfolgserlebnisse

Am folgenden Tag fing um 6 Uhr die erste Meditation an. Und damit die ersten Probleme.

  • Das Ziel: Fokus auf den Atem aufbauen. (das Ein- und Ausströmen des Atems beobachten und das so lange, bis sich ein kontinuierlicher Bewusstseinsstrom des Atems bildet)
  • Das Bild in meinem Kopf: Möglichst gerade, mucksmäuschenstill dasitzen.
  • Das Ergebnis: Schmerzen. Schmerzen in den Knien, dann später im Rücken. Es pocht, drückt und ist einfach unangenehm.

Zu allem Überdruss habe ich ständig das Gefühl, schief zu sitzen. Und die Bedenken: Was sollen denn die Menschen denken, wenn ich wie so ein schiefer Turm von Pisa in der Gegend rumhänge? Was soll vor allem der „Meister“ für ein Bild von mir bekommen?

Hilfreich war in diesem Zuge, dass genau zu diesem Thema Adriaan immer wieder sagte (wahrscheinlich genau diese Sinnlosigkeiten antizipierend):

 Es geht nicht darum möglichst lange bewegungslos dazusitzen.

Und so erlaubte ich mir, wie die anderen Teilnehmer auch, regelmäßig die Stellung zu ändern. Doch der Gedanke „ich muss aber gerade sitzen“ blieb. Ich versuchte diesen immer wieder loszulassen und mir zu sagen:

das ist doch nun wirklich nicht wichtig, was die anderen denken.

Es gelang mir jedoch nur schwerlich. Der Schalter wurde umgelegt, als ich es einmal wagte, etwas den Blick zu heben und Adriaan anzuschauen. Und ich sah, wie er halb liegend, Hände über dem Bauch zusammengefaltet zurückgelehnt mit geschlossenen Augen auf seinen Meditationsstuhl verweilte. Im ersten Moment dachte ich mir:

‚Mensch, was ist DAS denn für ein Meditationsmeister?!?!‘

Das Bild widersprach allen Meditationsmeistern (gerade, weil ich bisher sehr viel mit Zen zu tun gehabt hatte), die aufrecht, erhaben, würdevoll, wie eine Statue, bewegungslos sitzend, meditieren (was ich bisher mal mehr oder weniger erlebt hatte). Tatsächlich realisierte ich, dass dies mitunter auch ein „Bewertungskriterium“ für mich war, um über den Grad der Verwirklichung dieser Meister zu urteilen. (ja, du darfst mich dafür verurteilen, lieber Leser … ).

Aber so sehr ich Adriaan in dem Moment verurteilte, vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass ich mir ja die Schmerzen antat und daher besser sein musste als Adriaan, es bewirkte etwas: Ich entspannte mich zunehmend und gab mir ebenfalls die Erlaubnis, schief zu sitzen. Und oh mein Gott, musste ich schief gesessen haben. Ich habe den Glöckner von Notre Dame bestimmt auf ein neues Niveau gehievt. Anfangs sicherlich noch nicht, aber mit zunehmendem Verlauf des Retreats sackte ich häufiger tief in mich zusammen, um dem geplagten Rücken Linderung zu verschaffen. Ein guter Reminder dafür, dass ich im kommenden Jahr an meinem Körper arbeiten möchte, gerade in Bezug auf die Körperbereiche, die für die Meditation wesentlich sind. Damit ich endlich auch länger gerade, ausbalanciert und ruhend sitzen kann.

Doch zurück zum Thema: Anfangs überwogen die Gedanken an die Sitzhaltung, Schmerzen und die anderen. Ich kreiste… hatte zwar immer mal wieder den Atem im Fokus, aber nur um kurz darauf wieder zu den Gedanken zurückzukehren. Nach und nach konnte ich jedoch die hinderlichen Gedanken ablegen und nachdem ich wahrscheinlich Rekorde im Schief-Sitzen aufgestellt hatte, merkte ich:

‚Hey, es funktioniert!‘

Ich konnte mich plötzlich wunderbar konzentrieren und meinen Fokus sehr schnell auf den Atem bringen. Hilfreich war an dieser Stelle sicherlich, dass Adriaan uns in unregelmäßigen, aber häufigen Intervallen mit einem einfachen „Atmung“ sanft, aber nachdrücklich an unsere Atmung (und damit das Meditationsobjekt) erinnerte. Zudem glaube ich, dass sich durch meine bisherige Meditationspraxis doch so etwas wie ein Fundament gebildet habe. Ich konnte den Atem gut erspüren und auch meine Aufmerksamkeit ganz gut halten. Und wenn ich abschweifte und den Atem verlor, machte ich häufig einfach meine Augen auf, ließ meinen Blick diagonal auf den Boden vor mir fallen und fand so in der Regel sehr schnell zu meinem Atem zurück.

info_iconAnmerkung: Im Zen meditiert man mit halb geöffneten und schaut auf den Boden vor sich, ohne zu stark etwas in seinem Blickfeld zu fixieren.

Dann schloss ich meine Augen wieder und blieb beim Atem. Sicher war es noch kein kontinuierlicher Bewusstseinsstrom, aber die Aufmerksamkeit war schon um ein Vielfaches besser als in meiner täglichen Meditationspraxis. Das machte mich richtig zufrieden und stolz.