Hinweis: Dieser Artikel ist Teil der Artikelserie: „Meditationstagebuch

Meditationstagebuch: Rückblick Woche 6

Diese Meditationswoche ist meines Erachtens nach in wortwolke_meditationstagebuch_woche6zwei Teilen zu betrachten: In dem ersten Teil der Meditationswoche (Tag 1, 2 und mit Einschränkung 3) lief noch alles nach meiner gewohnten Routine ab. Spätestens ab Tag 4 hat mich das Zuhause-Bleiben wegen der Corona Pandemie etwas aus meinem Rhythmus geworfen…

 

Was gibt es nennenswertes zu berichten?

Die Meditationen in dieser Woche waren größtenteils gut, aber sehr unterschiedlich. In vielen Meditation bin ich häufiger abgeschweift, doch in der Vielzahl der Fälle bin ich meines Erachtens nach gut damit umgegangen. Denn zuallererst habe ich das in allen Meditationen akzeptiert und mich selten über mich selbst geärgert. Selbst wenn die Meditation insgesamt eher unachtsam war, hat jede einzelne mich in der ein oder anderen Form weitergebracht. Mal waren die Phasen, die ich dann nicht abgelenkt war, umso tiefer. Mal kamen Gefühle auf, mit denen ich sonst nicht so häufig zu tun habe, und denen ich versucht habe, auf den Grund zu gehen.

Vielleicht beschönige ich das Ganze nun auch etwas im Nachhinein… dennoch: Ich glaube, dass sich meine Meditation in die richtige Richtung entwickelt.

 

Woran ich arbeiten kann:

Das Thema aus der Vorwoche ist nach wie vor sehr sehr präsent: Der Balanceakt zwischen Loslassen und Anstrengung. Oder wie es Chödrön Pema nennen würde: Aufrichtigkeit und Güte. Denn ich merke, dass ich phasenweise vielleicht zu entspannt meditiere. Das ist aktuell auch gut so, da ich mich zuvor eher hart diszipliniert und innerlich bestraft habe.. aber wie gesagt, es geht um eine richtige Mischung.

Auch diese Woche möchte ich mindestens an einem Tag zweimal meditieren. (ein absolutes Bonbon wären natürlich min. zwei Tage)

Meditationstagebuch: Tag 1

– Woche 6-

achtsam

präsent

aufgebracht

Vor der Meditation

  • ich habe heute versucht immer mal achtsam zu sein… auch wenn das ganz gut geklappt hat, habe ich mich dabei glaube ich selbst zu viel unter Druck gesetzt
  • statt einfach wahrzunehmen habe ich mir deutlich zu viel Gedanken gemacht und mich zu stark darauf konzentriert, „nur wahrzunehmen“ (das führt dann dazu, dass ich mich ständig frage: „Bin ich jetzt eigentlich gerade achtsam oder nicht?“)
  • später konnte ich leichter für mich identifizieren, ob ich achtsam war oder nicht: indem ich meine unachtsamen Momente identifizieren konnte und zur Gegenwart zurückkehren konnte

Die Meditation

  • Tja, irgendwie musste ja mal wieder eine „ungeordnete“ Meditationseinheit kommen: diesmal wurde ich nach knapp 15 min. meditieren unterbrochen
    • die Meditationseinheit war dabei tatsächlich sehr sehr schön
    • die Meditation war sehr sehr klar und ich hatte einen guten Fokus auf den Atem
    • Ablenkungen waren kaum vorhanden und ich war sehr präsent
    • nach der Unterbrechung konnte ich den Fokus noch etwas aufrechterhalten, nach und nach ließ die Konzentration jedoch deutlich nach und zu allem Überfluss fing auch noch mein Fuß zu schmerzen an
  • das Ganze war etwas unbefriedigend, weshalb ich mich für einen Fußwechsel und direkt eine zweite Meditation entschloss
    • die zweite Meditation war deutlich schwieriger
    • der Atem floss nicht mehr so richtig frei und auch die Sitzposition war nicht so gut wie vorher
    • nach und nach konnte ich den Atem wieder viel besser aufspüren, doch insgesamt bin ich nicht annährend so „tief“ in die Meditation gekommen, wie bei der ersten Einheit

Nach Der Meditation

  • ich bin müde und irgendwie auch etwas aufgebracht (kann nicht direkt zuordnen, warum…)

Tag:

12.03.2020, Donnerstag

}

Uhrzeit:

17:10

Dauer:

15 +17 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

WeWork, Fitnessraum

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: rechter/linker Fuß auf dem linken/rechten Bein, Augen geöffnet

Meditationstagebuch: Tag 2

– Woche 6-

unzufrieden

sehrAngenehm

gelassener

Vor der Meditation

  • ich fühle mich etwas schlapp… zudem bin ich unzufrieden, dass ich gestern nichts mehr für meinen Blog machen konnte, weil ich mich mit einem Kumpel am Telefon verquatscht habe (war sehr schön, aber hat mich aus meiner „Routine“ rausgebracht)
  • ansonsten hatte ich heute mit extremen Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen… ich war sehr leicht ablenkbar und bin zu leicht auf Ablenkungen eingestiegen

Die Meditation

  • in der Meditation hat sich ein Stück weit wiederholt, was sich schon am Tage abgespielt hat: ich ließ mich häufig zu leicht ablenken
  • dennoch nahm ich phasenweise sehr bewusst wahr und spürte bspw. meine Hände und meinen Atem sehr intensiv
  • insgesamt war die Meditation nicht die fokussierteste, aber sehr sehr angenehm… zukünftig möchte ich den Fokus wieder mehr auf den Atem lenken

Nach Der Meditation

  • ich bin etwas müde, aber viel ruhiger als vorher
  • gleichzeitig bin ich wieder wesentlich gelassener und fühle mich fähiger, die Dinge wieder objektiv zu betrachten (und nicht im Strudel meiner Gedanken und Emotionen zu sein)

Tag:

13.03.2020, Freitag

}

Uhrzeit:

17:40

Dauer:

20 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

WeWork, Stillraum

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: linker Fuß auf dem rechten Bein, Augen geöffnet

Meditationstagebuch: Tag 3

– Woche 6-

gut

sehrpräsent

entspannt

Vor der Meditation

  • ich habe etwas lange geschlafen, fühle mich aber gut
  • es ergibt sich eine neue Situation: w/ Corona werde ich die nächsten Tage größtenteils zu Hause bleiben… wie für viele Menschen ist das für mich eine Umstellung, da ich Arbeit und privat eigentlich gerne trenne und auch mein zu Hause eher für Entspannung und Spaß nutze… mal schauen

Die Meditation

  • in der Meditation war ich sehr sehr präsent… das, was aufkam, konnte ich gut beobachten
  • dennoch sind auch in dieser Meditation ab und zu die Grenzen zwischen Subjekt und Objekt verschwommen (d.h. kurzzeitig war ich ab und zu mitten im Geschehen, statt nur Beobachter)
  • in der Regel fühlte ich mich jedoch als Fixpunkt, um den alles um mich herum geschah
  • nach und nach wurde die Meditation zunehmend anstrengender und ich unachtsamer

Nach Der Meditation

  • ich bin entspannt und fühle mich gut

Tag:

14.03.2020, Samstag

}

Uhrzeit:

10:05

Dauer:

18 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

Zuhause

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: rechter Fuß auf dem linken Bein, Augen geöffnet

nachdenken

abgeschweift

beruhigt

Vor der Meditation

  • ich war gerade spazieren und habe das sehr schöne Wetter genossen… gleichzeitig war ich auch ziemlich achtsam dabei, fing nach und nach aber an immer mehr nachzudenken: mit all den schick angezogenen Menschen, die mit Sonnenbrille und Hand in Hand den Hund ausführen und die Alster entlang flanieren… das hatte schon etwas und ließ mich überlegen, wie sehr ich mit meinem Lebensstil zufrieden bin – und ob ich gerne so leben würde, wie die anderen
  • das bot natürlich auch eine gute Gelegenheit, zu üben, diese Gedanken kommen und gehen zu lassen und nur zu beobachten (gelang mir ok, würde ich sagen, sagen wir 3+)

Die Meditation

  • die Meditation war sehr unruhig… immer wieder bin ich abgeschweift und hatte auch kein gutes Gefühl in der Magengegend
  • das Gefühl im Magen versuchte ich näher zu betrachten und auch den Atem beobachtete ich gelegentlich
  • tatsächlich bin ich aber häufiger abgedriftet, als ich präsent war und auch das Auseinandersetzen mit dem unangehmen Gefühl war sehr selten (in der Regel hab ich es wohl einfach ignoriert)… daran möchte ich zukünftig mehr arbeiten

Nach Der Meditation

  • ich fühle mich klarer als vorher und etwas beruhigt

Tag:

14.03.2020, Samstag

}

Uhrzeit:

16:20

Dauer:

22 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

Zuhause

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: linker Fuß auf dem rechten Bein, Augen geöffnet

Meditationstagebuch: Tag 4

– Woche 6-

gut

guterFokus

wacher

Vor der Meditation

  • ich fühle mich gut, bin aber etwas erschöpft

Die Meditation

  • die Meditation war gut, ich hatte einen guten Fokus und konnte schnell erkennen, wenn ich abgelenkt war
  • ich spürte diesmal zudem recht klar, wie ich in der Meditation nach Beschäftigung lechzte… ich wollte unbedingt denken, dies wahrnehmen, das tun etc.
  • diesen Wunsch nach Beschäftigung konnte ich immer wieder loslassen
  • sehr angenehm: ich meditierte mit offenem Fenster, es wehte immer mal eine sanfte Brise und das Zwitschern der Vögel hat mich immer mal wieder in die Gegenwart zurückgebracht

Nach Der Meditation

  • ich fühle mich gut und etwas wacher als vorher

Tag:

15.03.2020, Sonntag

}

Uhrzeit:

12:10

Dauer:

24 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

Zuhause

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: rechter Fuß auf dem linken Bein, Augen geöffnet

Meditationstagebuch: Tag 5

– Woche 6-

unruhig

achtsam

kontrollierter

Vor der Meditation

  • ich war heute ziemlich unruhig… den gesamten Tag zuhause zu verbringen, hat mir nicht unbedingt gut getan
  • soeben habe ich einen Spaziergang gemacht, der mich wieder etwas vitalisiert hat… dennoch: insgesamt war ich heute sehr unachtsam und nicht wirklich ausgeglichen

Die Meditation

  • die Meditation war überraschenderweise ziemlich gut…. zwar hatte ich immer mal wieder gedankliche Ausflüge, die aber alle relativ kurz verliefen
  • insgesamt war ich recht achtsam– meinem Atem konnte ich dennoch nicht allzu gut folgen, da er nicht sehr natürlich kam

Nach Der Meditation

  • ich fühle mich viel ruhiger als vorher, präsenter und kontrollierter

Tag:

16.03.2020, Montag

}

Uhrzeit:

19:50

Dauer:

24 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

Zuhause

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: linker Fuß auf dem rechten Bein, Augen geöffnet

Meditationstagebuch: Tag 6

– Woche 6-

unachtsam

ohneGedanken

langsamer

Vor der Meditation

  • den Tag habe ich heute relativ unachtsam verbracht
  • ich war viel zu lange am PC und lasse mich zu leicht ablenken… da sich das die Tage immer wieder mal wiederholt hat, muss ich da definitiv mehr Kontrolle reinbringen

Die Meditation

  • in der Meditation bin ich häufiger abgeschweift, habe sonst aber ganz gut wahrgenommen, was los war
  • positiv war auch, dass ich keinerlei Druck gespürt habe und ich einfach nur, so gut es ging, beobachtet habe
  • ich habe gemerkt, dass mein Kiefer verspannt ist und ihn locker gelassen…
  • ansonsten kam jedoch häufiger auf, dass ich empfand, dass ich schief sitze… dem habe ich nicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet und so ist die Empfindung auch immer wieder verschwunden
  • darüber hinaus gab es auch immer mal Momente, in denen ich ohne Gedanken einfach nur da saß (waren alle relativ kurz)

Nach Der Meditation

  • ich habe wieder Kontrolle über meine Gedanken
  • ich fühle mich viel viel langsamer (im positiven) und entspannter

Tag:

17.03.2020, Dienstag

}

Uhrzeit:

17:10

Dauer:

18 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

Zuhause

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Viertel-Lotus: rechter Fuß auf dem linken Bein, Augen geöffnet

Meditationstagebuch: Tag 7

– Woche 6-

unachtsam

abgeschweift

gut

Vor der Meditation

  • ich fühle mich gut, aber etwas unachtsam
  • ansonsten fühle ich mich relativ ausgeglichen

Die Meditation

  • es fiel mir schwer, mich zu konzentrieren
  • ich bin ziemlich häufig abgeschweift… naturgemäß habe ich immer wieder versucht, zum aktuellen Moment zurückzukehren, was aber nur bedingt funktioniert hat
  • die meiste Zeit war ich ehrlicherweise in anderen Sphären unterwegs… ich glaube meine Haltung war nicht optimal, zudem haben meine Augen etwas wehgetan

Nach Der Meditation

  • ich fühle mich (unverändert) gut

Tag:

18.03.2020, Mittwoch

}

Uhrzeit:

09:05

Dauer:

21 min. (keinen Timer gestellt)

Ort:

Zuhause

u

Meditationsart:

Zen

Meditationshaltung:

Halb-Lotus: linker Fuß auf dem rechten Bein, Augen geöffnet