Immer häufiger findet man in den Medien die Begriffe „Handy- und Smartphonesucht“. Und auf immer mehr Menschen soll diese „Krankheit“ zutreffen.
Tatsächlich fiel mir gestern in der U-Bahn wieder auf: 8 von 11 Personen waren am Handy.

Und auch an mir selbst merke ich, wie sehr die Handynutzung ausgeprägt ist. Höchste Zeit sich also mit folgenden Fragestellungen zu beschäftigen:

  • Was sind die Merkmale und Symptome einer Handysucht?
  • Was sind die Folgen einer solchen Sucht?
  • Wie bekommen wir unser Nutzungsverhalten in den Griff?



Was ist eine Handysucht – Definition

Die Handysucht ist noch nicht offiziell als Krankheit anerkannt. Das liegt aber wahrscheinlich weniger daran, dass es die Krankheit nicht gibt, sondern dass Smartphones erst zu kurz existieren und international sich auf keine Definition geeinigt werden konnte. (mangels fehlender Daten etc.)

Dennoch: Für die Spielsucht im Internet (Internet Gaming Order) gibt es eine offiziell anerkannte Definition. Eine Übertragung auf die Handysucht liegt hier nicht fern. Folgende Punkte sind hier festgehalten und können auf die Handysucht übertragen werden.

Wichtig: Laut wissenschaftlicher Studie müssen min. 5 von 9 Kriterien für eine Smartphonesucht über einen Zeitraum von 12 Monaten erfüllt sein.


  • Nutzungszeit nimmt zu: dem Betroffenen ist dies häufig bewusst und er nimmt das billigend in Kauf
  • In Gedanken beim Handy: der Betroffene denkt immer häufiger an das Handy und damit verbunden an Facebook, Instagram oder WhatsApp
  • Entzugserscheinungen bei Nichtverfügbarkeit des Handys: der Betroffene ist gereizt, panisch oder traurig
  • Versuche zur Reduzierung scheitern: Der Betroffene kann die Nutzungszeit nicht selbst senken, trotz Bemühungen.
  • Beeinflussung persönlicher Interessen: der Betroffene geht seinen Hobbies, Beziehungen und Interessen weniger nach wegen seiner Handynutzung
  • Weitere Nutzung trotz negativer Konsequenzen: der Betroffene verliert die Kontrolle und die Smartphonesucht wirkt sich auf seine Psyche aus
  • Verheimlichen des Exzesses: der Betroffene verheimlicht Angehörigen sein echtes Nutzungsverhalten
  • Smartphones als Flucht: der Betroffene nutzt sein Smartphone um unangenehmen Situationen und Emotionen zu entkommen.
  • Gefährdung von Beruf und sozialen Kontakten: aufgrund der Handysucht

Die Ganzen Punkte mögen etwas extrem wirken. Dennoch fördert der Umgang mit dem Smartphone, abseits dieser krassen Definition einer wirklichen Smartphonesucht, den Aufbau von Gewohnheiten und Automatismen sehr. Die Wartezeit an der Bushaltestelle, die Fahrt zur Arbeit (selbst im Auto) oder selbst das Fernsehen wird mit dem Smartphone überbrückt. Und der Mensch lernt in diesen Momenten. Denn der Erhalt einer Nachricht, ein Like oder ein Share führen zur Ausschüttung von Glückshormonen– der Mensch ist glücklich, assoziiert dies mit dem Handy und greift zukünftig noch häufiger zum Smartphone.

Diese Momente entscheiden, ob aus dem Handygebrauch eine permanente Gewohnheit wird. Und ob damit die Vorzeichen für viele Tage in der Zukunft gesetzt werden.



Folgen einer Handysucht

Profil einer Frau im Dunkeln soll Konzentration symbolisieren
Die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab mit der Smartphonenutzung

Insgesamt wirkt sich eine Handysucht stark auf die Konzentrationsfähigkeit von Menschen aus. Bei Eingang einer Nachricht, einer Warte- oder unangenehmen Situation, wird der Trigger aktiviert und das Handy gezückt. Der Mensch ist in einer ständigen Bereitschaft neue Informationen aufzunehmen, es gibt keine Ruhemomente mehr und die Aufmerksamkeitsspanne wird von Nutzung zu Nutzung kürzer. In der Zeitmanagement-Theorie spricht auch vom Sägeblatt Effekt. Neben einer generell niedrigeren Produktivität ist auch stark davon auszugehen, dass das Individuum nicht mehr so glücklich ist wie zuvor. Stetig online sein ist anstrengend, und nach einer wiederholten Handynutzung im mittleren zweistelligen Bereich ist das Individuum erschöpft.

Diesen Kreislauf zu brechen ist daher essentiell. Es sind nämlich die kleinen Momente am Tag, die sich summieren und nach und nach den ganzen Tag ausmachen.
Wie sollte man sein Nutzungsverhalten also kontrollieren, um nicht in eine Smartphonesucht abzurutschen?

Die Lösung ist wie so oft, denkbar einfach:
Es beginnt alles immer mit dem ersten Schritt.

Die Lösung der Smartphonesucht, konkrete Tipps zur praktischen Umsetzung und Apps, die euch auf diesem Weg begleiten können, findet ihr in Teil II.