Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine mentale Reife sich entwickelt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich in meiner Entwicklung stagniere, wenn man denn so möchte.

Das merkwürdige ist, dass ich „Rückfälle“ benötige. Es gibt Phasen, in denen ich viel meditiere und sehr achtsam lebe und es gibt wiederum Phasen, in denen ich merke, dass es nicht nur nicht geboten ist, sondern wichtig für mich einen „Rückfall“ zu erleben. Rückfall könnte man wohl auch „mit sich gehen lassen“ synonymisieren.

Tagelang Serien zu schauen und nichts von der Welt mitbekommen wollen, das ist manchmal wonach mich jede Faser meines Bewusstseins drängt. In diesen Zeiten merke ich, dass mein innerer Widerstand, zu meditieren, achtsam zu sein oder sonst etwas zu tun, was ich als sinnvoll erachte, enorm groß ist und wohl nur vergeblich bekämpft werden könnte. Obwohl angezweifelt werden könnte für einen Außenstehenden, ob diese Rückfälle wirklich benötigt werden, so empfinde ich diese doch als unabdingbar und als logisch. Denn das interessante, was ich erlebe, ist, dass wenn diese Rückfälle vorbei sind, ich fokussierter und achtsamer bin, als ich es zuvor selten war. Man könnte also meinen, dass Wachstum erfolgt ist. Man könnte nun wieder weit ausholen, sich der Philosophie oder (mir gelegener) dem Taoismus bedienen und betonen, dass es genau dem Konzept entspricht, dass es für alles eine Zeit gibt. Aber damit würde ich nicht meine Erfahrung und Empfindung gerecht ausdrücken. Denn meine Empfindung ist, dass mein Bewusstsein sich Stück für Stück öffnet, dies aber sehr behutsam geschehen muss. Das öffnen geschieht auch mit dem Meditieren, ist aber in meinem Gefühl schon ein losgetretener Prozess, der auch ohne weitere Impulse sich langsam, aber sicher fortsetzt. In diesem Sinne ist ein jeder Rückfall eine gesunde Reaktion, das „Behutsame“, zu wahren und trotzdem ans Ziel zu kommen.

Was das Ziel wohl ist? Vielleicht der erleuchtete Geist? Vielleicht wollen wir auch bescheidener ansetzen und Weisheit als Ziel ansehen. Wobei Bescheidenheit wohl selten der Wahrheit entspricht und noch seltener dem eigenen, ehrlichen Drängen.