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Autor: Jack Kornfield
Genre: Sachbuch
Sprache: deutsch

Link: Meditation für Anfänger

„Jack Kornfield ist wohl der beste Meditationslehrer, den wir aktuell im Westen haben. Sein Humor, sein Mitgefühl sowie seine Klarheit und Einsicht machen dieses Werk zu einem kostbaren Schatz, der den Übenden sein Leben lang begleitet..“

Kwan Yin Society



Zusammenfassung

Meditation für Anfänger ist ein Buch, das die verschiedenen Formen der Meditation ausführlich erläutert und praktisch anwendbar macht. Dabei legt Kornfield großen Wert auf die verschiedenen Eindrücke, die während einer Meditation auftreten können und erklärt, wie man am besten mit diesen umgeht.

Das Buch lässt sich gedanklich in drei große Abschnitte unterteilen.

1. Abschnitt: Zielsetzung und Vorteile der Meditation

Im ersten Abschnitt des Buches (Kapitel 1-3) erklärt Kornfield, was überhaupt die Zielsetzung der Meditation ist bzw. sein sollte: Achtsamkeit in täglichen Situationen zu erleben, Mitgefühl zu entwickeln und dadurch das Leben besser verstehen und bewältigen zu können.
Dabei werden dem Leser die Gesetze des Buddhismus (auch: Dharma) nähergebracht und viele nachvollziehbare, lebensechte Beispiele zum besseren Verständnis dargestellt. Mit einer ausführlichen Betrachtung der Vorteile der Meditation endet der erste Abschnitt.

2. Abschnitt: Meditation verstehen und anwenden

In dem zweiten Abschnitt geht es um die Meditation selbst. Es geht um die richtige Körperhaltung und den Prozess des Meditierens. Kornfield arbeitet sich von Kapitel zu Kapitel durch die verschiedenen Meditationsformen. Das Ganze baut aufeinander auf, sodass es sinnvoll ist, Kapitel für Kapitel durchzuarbeiten. Zunächst wird in der Meditation nur auf den Atem geachtet. In der nächsten Meditation kommt dann der Körper mit all seinen Empfindungen hinzu, im weiteren Verlauf folgen der Wechselsturm der Gefühle und zu guter Letzt die Gedanken. Kern der buddhistischen Lehre ist bei jeder Meditation das wertungsfreie Annehmen und Beobachten aller aufkommenden Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Genau hierauf legt Kornfield auch seinen Schwerpunkt, indem er präzise alle möglichen Empfindungen zu benennen und den Umgang mit diesen zu erklären versucht.

Bsp.: Beim Beobachten der Gedanken (Meditation aus Kapitel 7) driftet der Verstand immer wieder in Pläne, Erinnerungen und Phantasien ab. Viel dagegen tun kann man laut buddhistischer Lehre nicht. Man kann jedoch den entscheidenden Moment gestalten, in dem man wach wird: Entweder man verliert sich weiter in Gedanken oder man kehrt ins Hier und Jetzt zurück.

3. Abschnitt: spezielle Meditationen und Schluss

Im letzten Abschnitt des Buches geht es unter anderem um spezielle Meditationen, die Anfänger noch nicht unbedingt zu praktizieren brauchen. Zu nennen ist hier die Vergebungs- und Herzensgüte- Meditation. Gerade im Buddhismus gilt Vergebung und Herzensgüte nicht nur einzelnen Personen, sondern Ziel ist diese Empfindungen für alle Menschen zu kultivieren. Die Meditationen zielen hierauf ab, sind aber als etwas fortgeschrittener einzustufen. Darüber hinaus präsentiert Kornfield alternative Formen der Meditation: die Essens- und Gehmeditation. Die Essensmeditation soll Achtsamkeit auch im Alltag verankern, indem man sein Essen achtsam und dankbar genießt. Die Gehmeditation hilft gerade bei rastlosen Tagen, da man sich durch die bewussten und auch langsamen Schritte wieder erden kann.

Das Buch wird geschlossen mit einem kurzen Exkurs über soziale Verantwortung (soll ich mehr meditieren oder mehr mich sozial engagieren?) und praktischen Tipps, wie sich Meditation regelmäßig durchführen lässt. Ein Auszug dieser Tipps:

  • feste Tageszeit für die Meditation auswählen
  • den eigenen Körper/Bio-Rhythmus verstehen und die Meditationszeit danach richten
  • eine ruhige, feste Ecke zu Meditieren aussuchen
  • die Ecke mit inspirierenden Gegenstände versehen



Persönliche Einschätzung

Meditation für Anfänger ist das Buch, das mich der Meditation näher gebracht hat. Zwar habe ich danach nicht täglich meditiert (Asche auf mein Haupt ;P ), dennoch hat es mir sehr gut veranschaulicht, was in mir vorgeht und welche Möglichkeiten es gibt, mit der Verwirrung an Gefühlen und Gedanken umzugehen….

Gerade die lediglich 120 Seiten waren für mich ein gutes Argument… denn wer möchte schon eine Enzyklopädie zum Thema Meditation lesen, um starten zu können? Und die Kürze enttäuscht nicht, ganz im Gegenteil: Der Kern der Themen wird herausgearbeitet und Kornfield wartet mit umfassendem Wissen zur Meditation auf. Untermalt wird das Ganze mit Anekdoten oder kleinen Geschichten, die das behandelte Thema noch besser verständlich machen.

Bsp.: „Wenn du dich darin übst, mit dem Atem zu arbeiten, dann ist das ein bisschen so wie der Versuch, einen jungen Hund zu erziehen. Du nimmst den Welpen, setzt ihn auf ein Blatt Papier und sagst ihm, dass er da sitzen bleiben soll. Aber tut er das? Ganz sicher nicht. Wie der Verstand springt er auf und rennt herum. (…) falls du jemals versucht hast, einen jungen Hund zu erziehen, weißt du, dass es keine gute Idee ist, ihn zu bestrafen, wenn er wegläuft, Das gleiche gilt für uns.“

Jack Kornfield

Neben der bildlichen Sprache ist vor allem aber auch die Zugänglichkeit des Buchs positiv hervorzuheben. Denn der Buddhismus entstammt bekanntermaßen Fernost (genauer: Indien) und viel der Literatur ist auch übersetzt westlichen Menschen schwer zugänglich. (Ich war auch misstrauisch ob das stimmt- aber nach meinen eigenen Erfahrungen kann ich das bestätigen) Umso wichtiger ist, dass mit Kornfield ein westlicher Mensch, der eine Mönchsausbildung in Asien erhalten hatte, uns die Grundzüge der Meditation näher bringt.

Zusammengefasst lässt sich das Buch „Meditation für Anfänger“ also uneingeschränkt empfehlen- und solltest du dich entscheiden, dir das Buch zu kaufen, freue ich mich für dich! Denn vielleicht ist auch für dich genau dieses Buch der Türöffner in die große, weite Welt der Meditation.